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Wolfgang Herzberg
Auf seinen Reisen entwickelte Wolfgang Herzberg seine Vorliebe für Landschaftsfotografie in klassischer Schwarz- Weiß-Technik. Die vorliegende Edition ist das bemerkenswerte Ergebnis einer solchen Exkursion.
Herzberg nimmt uns mit auf eine Reise mit unbekannten Einblicken. Er lädt uns ein, Island mit „seinen Augen“ zu sehen. Mal ist es die Motivwahl, mal der gewählte Bildausschnitt, der fasziniert - aber immer ist es die bevorzugte Schwarz- Weiß-Technik, die von uns Zeit, Einlassung und Aufmerksamkeit erfordert. Am Ende wird unsere Geduld belohnt. Vertraut, selbstverständlich, aber auch entrückt und vergangen wirken seine Fotografien.
Durch seine große handwerkliche Fertigkeit, die Verwendung „alter“ Techniken und die teilweise Belichtung auf Infrarotfilm, gelingt es Herzberg, Islandtypische topografische Strukturen und die Mystik der Insel einzufangen, manchmal sogar zu verstärken und bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden.
Teilweise entsteht der Eindruck von Bildinszenierungen im Studio oder digitalen Nachbearbeitungen am Computer. Weit gefehlt! Alles, was wir sehen, hat Wolfgang Herzberg so vorgefunden. Schön, dass er uns dafür „seine Augen“ geliehen hat, so werden wir hineingezogen in die Mitte einer faszinierenden „Urlandschaft“.
Die Technik trägt ihren Teil dazu bei, denn Herzberg benutzt für die Belichtung der Negative im Groß- und Mittelformat das so genannte Zonensystem. Das ist ein technisches Verfahren zur Optimierung von Schwarz-weiß-Einzelnegativen. Im Gegensatz zu den Standard-Entwicklungen der analogen Farbfotografie ist die Entwicklung von Schwarzweißmaterial äußerst variabel. Es ermöglicht eine sehr differenzierte Übersetzung der Lichthelligkeiten in analoge Dichteunterschiede von Silberhalogenid-Negativfilmen. Dadurch ist das Zonensystem im klassischen Sinn auf die Verarbeitung von Einzelnegativen beschränkt und man erreicht mit ihm einen maximalen Tonwertreichtum.
Voraussetzung ist allerdings die optimale Beherrschung des fotografischen Handwerks, das keine 'Fehlschüsse' zulässt und nichts dem Zufall überlässt. Wolfgang Herzberg ist auch hierin ein Meister seines Fachs.
Hohe Materialkosten, in der Großbildfotografie üblich, werden somit auf das Notwendigste reduziert. Wolfgang Herzberg vergrößert seine Bilder im eigenen Labor. Jeder Abzug ist somit ein Unikat. Das verwendete Bromsilber-Baryt-Papier, welches heute immer schwerer zu beschaffen ist, hat eine außerordentlich lange Lebensdauer und eine archivfeste Beständigkeit.
- 1968 – 1974
- Ausbildung und Assistentenzeit in Bremen und Dortmund
- 1975
- Meisterprüfung, Bundesfachschule für Fotografie, Hamburg
- 1976
- Leiter der Abteilung Fotografie an der Universität Dortmund
- 1989
- Fotoreise nach China
- 2008
- Fotoreise nach Island
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